Stadt und Bistum

Osnabrück

 „Mit diesem Rad fährt man glücklicher“ ließ Fürstbischof Ernst August I. als Umschrift auf die schmucke Medaille zu seinem Amtsantritt 1662 prägen.  Gemeint war das Osnabrücker Wappen, das Osnabrücker Rad.



                                                              






Erstmals be­stieg mit dem Welfen ein evangelischer Nichttheologe den Osnabrü­cker Bischofs­stuhl – ganz so, wie es das Vertragswerk des Westfäli­schen Friedens von 1648 und die anschließende neue Ver­fassung für Osnabrück, die Capitulatio Perpetua von 1650, vorsah.Weil das Pendel damals weder zugunsten eines weiterhin eindeutig katholischen Fürstbistums noch einer neuen evangelischen Landesherrschaft ausschlug, schrieben die Friedensunterhändler den Herrschaftswechsel zwischen einem katholischen, adeligen Theologen und einem Welfen­prinzen des Hauses Braunschweig-Lüneburg vor. Die kon­fessionelle Verteilung der kirchlichen Institute und Kirch­spiele sollte sich künftig nicht mehr verändern, der Status Quo festgeschrieben werden.

Damit entstand der Humus, auf dem die Friedensstadt Osnabrück heute prächtig gedeiht. Zwar beäugen sich die Katholiken und Lutheraner seither teils gar in eifersüchtiger Erbsenzählerei und doch finden sie immer wieder zu einem pragmatischen und toleranten Miteinander, das das Klima in der Stadt noch heute prägt: bis hin zu einem heute intensi­ven interreligiösen und interkulturellen Dialog. In der alten Bundesrepublik bis 1989 galt die Region als ideales Testge­biet für Meinungsforscher, denn die Verteilung der Bevölke­rung im Osnabrücker Land entsprach in Konfession und Sozialstruktur dem Durchschnitt der Republik.

     Auch für die Komturei St. Wiho unseres Ritterordens vom Heiligen Grab ist dieses Erbe des Westfälischen Friedens Verpflichtung zu gelebter Ökumene. Wir möchten die deutsche Ordensfamilie immer wieder einladen in diese Osnabrücker Grundstimmung einzutauchen, die bereits 2008 den 97. Deutschen Katholikentag nachhaltig geprägt hat.                                                            

                                                                                                                                      (Cfr.Dr.Queckenstedt, Direktor des Diözesanmuseums)